Dienstag, Juni 22, 2010

CD oder Download?

Die Hörspiel 2010“ ist vorbei. Mein Fazit: Ein absolut gelungener Tag. Es hat Spaß gemacht, den Profis bei der Arbeit zuzusehen, aus den Talkrunden interessante „Hinter den Kulissen“-Infos zu erfahren und beim herumstöbern in der Messehalle eigentlich überall mehr oder weniger schnell erkennbaren Prominenten über den Weg zu laufen. Mehr will ich eigentlich an dieser Stelle auch gar nicht über die Messe berichten. Lauschbares Material wird aber sicherlich in den nächsten Tagen im offiziellen Podcast zur Hörspiel 2010 und im Podcast „Ohrenblicke“ zu hören sein. Ich will mich hier mit einer ganz anderen Frage beschäftigen, die mich seit dem letzten Wochenende wurmt.

Auslöser dieser Frage war eine Gesprächsrunde, in der das Thema auf die von mir sehr geschätze Hörbuchserie „Darkside Park“ kam. Einer der Macher dieser Reihe bemängelte dabei den derzeitigen Kampfpreis von von 0,99 € bzw. 1,99 € für die erste Staffel in den einschlägig bekannten Downloadportalen. Sein Argumentation lautete, daß ein Download ja eigentlich „Nichts“ sei. Man müsse so ein Produkt in der Hand halten, es anschauen, fühlen und in ein Regal stellen können.


Natürlich ist klar, daß er als Macher lieber ein Produkt für 19,99 € (Box mit 6 CDs) als eines für 0,99 € (Audible Download) über den Ladentisch bzw. die Datenleitung gehen sieht. Egoistisch wie ich bin, denke ich einfach nur an mich, stelle die Frage: „CD oder Download?“ und muss zugeben, daß die Antwort keine leichte ist.


Nehmen wir als Beispiel mal eine aktuelle Folge der Hörspielserie Gabriel Burns. Im Onlineversandhaus Amazon hätte ich dort die Wahl zwischen dem Kauf einer CD für 8,99 € oder dem Download für 4,82 €. Vor nicht allzu langer Zeit gehörte ich auch noch zu denen, die 100% die Auffassung vertraten, daß ein Download „Nichts“ ist. Noch dazu, wo ich ja ohnehin von einer unschönen Sache abgeschreckt wurde, die dann aber gottlob doch ein gutes Ende nahm. Irgendwann dachte ich dann aber mal genauer darüber nach, was eigentlich mit einer CD passiert, die ich käuflich erwerbe: Zuerst rippe ich den Inhalt auf meine Festplatte, dann tagge ich die Dateien (oder kontrolliere zumindest das automatische Tagging) und stelle dann die CD ins Regal. Warum also nicht gleich für deutlich günstigeres Geld einen Download erwerben, der noch dazu sofortiges Hörvergnügen verspricht, ohne auf den Paketboten zu warten?


Tja, warum eigentlich nicht? Vielleicht, weil es doch irgendwie einen schalen Beigeschmack hat. Denn irgendwie hat man zwar 4,82 € für den Download bezahlt, bekommt dafür aber nichts anderes auf die Festplatte als das, was die bösen Jungs sich alle kostenlos aus dunklen Gewässern gefischt haben. Mal ehrlich, wenn euch jemand seine sehr umfangreiche Downloadhörspielsammlung in iTunes zeigt und erzählt, daß das alles ehrlich gekauft ist … Ja, ne, is klar.


Mittlerweile habe ich glaube ich so ziemlich alles quer durch die Bank ausprobiert. Ich besitze heruntergeladene Werke (Darkside Park), Original-CDs (Offenbarung 23) und höre auch Hörspiele über Napster (Gabriel Burns). Derzeitig gibt es ein neues Flatrateangebot unter www.simfy.de, welches gerade für iPhonenutzer interessant sein dürfte. Weitere Alternativen:

  • Den letzten Alben der Ärzte lag jeweils ein Downloadcode bei, mit dem man sich die Tracks nochmals in digitaler Form auf die Festplatte laden konnte. Somit hatte man etwas fürs Regal und trotzdem die Musik im MP3-Format.
  • Das Hörbuch von Eragon erschien aufgrund seines enormen Umfangs als MP3-CD. Das mühseelige rippen der Silberlinge entfiel hierbei.
  • Es wurde auch einmal der Versuch gemacht, Musik auf SD-Karten zu vermarkten. Vielleicht auch etwas für den Hörspielmarkt?

Tja, Möglichkeiten gibt es viele, aber welche ist die richtige? Wie hört ihr Hörspiele oder generell Musik? Sind Downloads wirklich „Nichts“ oder muss man alles auf Datenträger besitzen? Reicht eine Musikflatrate für 10 € im Monat mit der man so viel Musik hören kann wie man will, aber eigentlich nie wirklich etwas besitzt?


Eure Meinungen sind gefragt.