Sonntag, Januar 21, 2007

Killerspiele - Teil 3685

Hier mal ein paar Auszüge aus einem Artikel der vor einiger Zeit in der BILD zu lesen war.

Boizenburg – Es sollte ein gemütlicher Abend im restaurierten Zuhause werden. Tischlermeister Peter E. († 46) schaute mit seiner Familie fern. Gegen 22 Uhr ging seine Frau Antje († 41) schon mal hoch ins Schlafzimmer. Dann klingelten die Killer ...

Der Messer-Doppelmord von Tessin (200 Einwohner) in Mecklenburg-Vorpommern war kein spontaner Einbruch – die Täter Torben B. und Felix D. (beide 17) hatten das Gemetzel geplant!

BILD erfuhr aus Ermittlerkreisen: Die als freundlich bekannten Gymnasiasten haben das Computerspiel „Final Fantasy VII“ nachgespielt. Darin kämpfen auf einem fiktiven Planeten „Gut gegen Böse“.

Okay, und nun mal ein paar Fakten. Final Fantasy 7 ist ein mittlerweile 10 Jahre altes Rollenspiel im Anime-Stil und hat nichts, aber auch gar nichts mit Egoshootern wie dem in solchen Fällen immer gern zitierten "Counterstrike" zu tun. Hier ist ein Foto der Hauptfiguren, die in dem Spiel vorkommen:

Um es klar zu stellen: Das sind die "Guten", die gegen die "Bösen" kämpfen und um mal zu zeigen, wie so ein Kampf ausschaut, habe ich hier noch einen kleinen Ausschnitt aus einem solchen Kampf.



Wie schrieb die BILD so schön:

Die Idole der Jungen: „Sephiroth“, der mit seinem Langschwert unschuldige Bewohner tötet. Und „Reno“, der den Anführer der Guten killen soll. Die Computerfest-platten der Täter wurden beschlagnahmt. Am Tatabend sollen sich die Killer mit den Spielnamen angeredet haben. Wollten sie sein wie ihre Vorbilder, ohne Gnade töten, wie sie es schon hundertmal am PC geübt hatten?

Abgesehen davon, dass man in dem Spiel auf der Seite der "Guten" ist und somit in keinster Weise als Reno das "gnadenlose Töten" am PC üben kann ... wie hirnamputiert muss man sein, um durch so ein Spiel zum Mörder zu werden? Jedoch stellt sich auch die Frage, wie verzweifelt die BILD sein muss, wenn sie mit derart absurden Verallgemeinerungen ihre Verkaufszahlen steigern will.

Florian (16), den Sohn der getöteten Eheleute, kannten die Täter gut. Sie spielten mit ihm Fußball, fuhren zusammen im Schulbus. Die Vollwaise wird psychologisch versorgt. Seelsorger betreuten auch die Mitschüler der Täter am Elbe-Gymnasium in Boizenburg.

Die Killer leiteten hier jeden Montag eine Arbeitsgemeinschaft: „Computerspiele programmieren“.

Uuuhh, Computerspiele-Programmierer. Nehmt Euch vor solchen Leuten besser in acht, wenn Ihr an Eurem Leben hängt.

Achja, ich habe Final Fantasy 7 vor 10 Jahren bis zum umfallen gespielt. Ich habe sogar Teil 8 und 9 gespielt. Beim zehnten Teil hat mir meine Frau über die Schulter gesehen und mir Tipps gegeben. Ich glaube ich sollte mich jetzt besser sofort bei der Polizei melden, bevor schlimmeres passiert.

Hier gehts zum kompletten Artikel der Bild: http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/01/16/doppelmord-tessin-schueler-opfer/doppelmord-tessin-schueler-opfer.html